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Dritte Liga Nord: SV Beckdorf verliert gegen die Füchse aus Berlin - Spiel "ohne Torwart" Für die Handballer des SV Beckdorf wird die Luft in der Dritten Liga Nord immer dünner. Vor etwa 250 Zuschauern hat die Mannschaft von Trainer Uwe Inderthal am Sonnabend gegen die Reinickendorfer Füchse II aus Berlin mit 24:32 (10:13) verloren. Beckdorf bleibt Drittletzter der Tabelle. Uwe Inderthal hat alle Spieler an Bord. Den vom Europäischen Handballverband zunächst gesperrten und jetzt doch spielberechtigten Letten Maris Versakovs, den Neuzugang Marcin Waryas, Stefan Völkers. Einen von der Papierform her durchaus hochklassigen Rückraum. Inderthal mahnt allerdings Geduld an. In dieser Zusammensetzung agiert das Herzstück des Beckdorfer Aufbauspiels das erste Mal zusammen. Phasenweise ist das Spiel schön anzusehen. Waryas ist für das Tempo zuständig, nimmt es bei Bedarf raus und macht das Spiel bei Bedarf schnell. Versakovs spielt betont gelassen, unaufgeregt. Das hat ihm der Trainer vorher ans Herz gelegt. Er soll nicht überdrehen nach sechs Wochen ohne Spielpraxis. Völkers ist für die einfachen Tore von seiner halbrechten Position zuständig. Es klappt nicht alles, aber viel. Die drei füttern Kreisläufer Markus Bowe mit Anspielen. In der Abwehr zeigt der SV Beckdorf eine gute Leistung. In der ersten Halbzeit spielt der Gastgeber auf Augenhöhe. Beckdorf kann Rückstände von bis zu drei Toren immer wieder aufholen. Aus dem 5:8 in Minute 17 macht Beckdorf vier Minuten später das 9:9. Kurz vor der Pause baut Berlin seinen Vorsprung aus, weil Völkers im Angriff dreimal hintereinander ohne Torerfolg bleibt.
Was Uwe Inderthal an diesem Sonnabend nicht hat, ist ein drittligareifer Ersatztorwart. Stefan Stielert muss in Abwesenheit von Thorsten Detjen fast durchspielen und erwischt einen gebrauchten Handball-Tag. Inderthal fragt Stielert nach dem Abpfiff vorsichtig, ob er ihn in der Pressekonferenz kritisieren sollte. Stielert nickt ab und Inderthal erklärt vor Publikum, dass Beckdorf heute im übertragenen Sinne "ohne Torwart" gespielt hat. Sieben Bälle pariert Stielert in 52 Minuten. Niko Kientopf aus dem Landesliga-Team des SV Beckdorf darf für acht Minuten ran und hält auch nicht besser, was aber in der Natur der Sache liegt und niemand wirklich von ihm anders erwartet. Bei allen halbwegs platzierten Würfen der Berliner findet der Ball den Weg ins Netz. Stielert hält nur die, denen er nicht mehr ausweichen kann. "Das war in dieser Saison mit Abstand mein schlechtestes Spiel", sagt Stielert. Im Zweifel springen die Bälle ins Tor und nicht raus. Das ärgert den Schlussmann "wahnsinnig". "Es tut mir leid für die Mannschaft." Die Mannschaft kämpft sich heran. Aber weil jeder Berliner Wurf ein Treffer ist, resigniert der Einzelne irgendwann doch. Berlin setzt sich nach dem 19:23 in der 46. Minute endgültig ab. Am Ende fällt das Ergebnis um ein paar Tore zu hoch aus. "Mit Torwart wäre dieses Spiel vielleicht 26:26 ausgegangen", sagt Uwe Inderthal. Tarp-Wanderup, Hannover und Magdeburg heißen die nächsten Gegner des SV Beckdorf. "Wir haben wieder Kurs auf Abstiegskampf", sagt Stielert. Das sollte in der Mannschaft angekommen sein. "Viel Zeit dürfen wir uns nicht mehr lassen, um zusammenzufinden", sagt Maris Versakovs. Denn viel Gelegenheit gäbe es nicht mehr, aus dem Tabellenkeller zu klettern. Der Deutsche Handballbund wird bald entscheiden, ob die drei Partien gegen Großburgwedel, Usedom und Oranienburg, in denen Versakovs wegen seiner Sperre fehlte, wiederholt werden. "Wir dürfen nicht auf die Wiederholung hoffen", sagt Versakovs.
Die Statistik SV Beckdorf: Stielert, Kientopf, Völkers 8, Waryas 5, Versakovs 2, Scholz 5/1, Krupski, Bowe 4, Ranzenberger, Klindworth, Westphal, Murray, Rudolphi. Siebenmeter: SVB 2/1 - Berlin 6/6 Zeitstrafen: SVB 3 - Berlin 3

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