 |  | Weil er wegen der Sperre durch den Europäischen Handballver- band nicht eingreifen kann in das Spiel des SV Beckdorf, bekommt Maris Versakovs auf der Tribüne Magenschmer- zen. Er will bei der Mannschaft bleiben, egal wie der Verband über den Einspruch entscheidet. Er fühlt sich in Beckdorf zu Hause. Foto Jürgens |  |
Dritte Liga Nord: SV Beckdorf verliert gegen Usedom und präsentiert sich erschreckend harmlosDie Handballer des SV Beckdorf quälen sich in die Weihnachtspause in der Dritten Liga Nord. Mit 27:31 (13:17) haben sie das letzte Spiel des Jahres vor 250 Zuschauern gegen den HSV Insel Usedom verloren. "Ohne Qualität im Rückraum sind wir chancenlos", sagt Trainer Uwe Inderthal. Die Qualität sitzt auf der Tribüne. Der Europäische Handballverband hat es bis zum Sonnabend nicht geschafft, den Einspruch Beckdorfs gegen die sechsmonatige Sperre für den Letten in Diensten des SV Beckdorf, Maris Versakovs, zu behandeln. Versakovs beobachtet das Spiel in der ersten Reihe hinter der Bande. Der Lette verschränkt seine Unterarme auf der Ballustrade und klagt über Magenschmerzen. Die Sperre belastet ihn. Seine sportliche und berufliche Zukunft steht auf dem Spiel. Das kann schon mal Schmerzen verursachen. Was Versakovs sieht, gefällt ihm nicht. Beckdorfs Torwart Stefan Stielert steht neben sich. Jeder Wurf der Usedomer ist ein Treffer. Bis zum 5:10 nach einer Viertelstunde leisten sich die Gastgeber haarsträubende Fehler in der Abwehr, Fehlwürfe und technische Fehler. Nach 60 Minuten stehen derer 15 in der Statistik des Trainers. Die Fehler reichen für drei Spiele. Beim Stand von 13:17 aus Beckdorfer Sicht pfeifen die Schiedsrichter zur Pause. Den Gewaltwurf von Henning Scholz aus gut 18 Metern Torentfernung, der zeitgleich mit der Halbzeit-Sirene im Usedomer Tor einschlägt, zählen die Schiedsrichter nicht mehr. Das Pech haben sich die Gastgeber redlich erarbeitet. Maris Versakovs begleitet seine Kollegen in der Pause in die Kabine. Er sagt den Jungs, sie seien auf einem guten Weg und hätten nur Wurfpech gehabt. Nach Wiederanpfiff spielt Beckdorf bis zur 38. Minute wie ein Absteiger. Der einzige, der an diesem Tag Normalform erreicht, ist Patrick Ranzenberger. Fünf Tore des Rechtsaußen in Folge bringen den Gastgeber in der 44. Minute auf 21:23 heran. "Die beste Quote nützt einem einzelnen Spieler in einer Mannschaftssportart nichts", sagt Ranzenberger. Die Zeitstrafe für Jens Westphal und die direkte Rote Karte für Till-Oliver Rudolphi unterbrechen jäh die Aufholjagd. Der SV Beckdorf präsentiert sich erschreckend harmlos. Ohne Versakovs ist der Rückraum nur die Hälfte wert. Selbstkritik: "Ben und ich sind völlig von der Rolle. Aber der Trainer muss mit uns beiden Chaoten spielen." Till-Oliver Rudolphi rechnet schonungslos mit seiner und der Leistung seines Nebenmannes Benjamin Murray ab. Es liefe unrund, es sähe gezwungen aus, es fehle die Harmonie. Und es fehle Versakovs. "Wir hoffen auf ein schnelles Urteil", sagt Inderthal. Versakovs hat sich entschieden. "Egal, was passiert", sagt er. Er würde gern in Beckdorf bleiben. "Zu Hause." Mit 26 Jahren ist Versakovs' Karriere längst nicht vorbei. Deshalb werde er dieses halbe Jahr irgendwie durchhalten. Er werde trainieren und die Mannschaft so gut er kann unterstützen. Freilich entscheiden andere über seine Zukunft in Beckdorf. Der Verein, sein Arbeitgeber. Versakovs verabschiedet sich vom Kurzinterview. Er setzt sich zu seinen Leuten. "Ich muss sie aufbauen", sagt er. (db)
Die Statistik Daniel Berlin BECKDORF. Die Handballer des SV Beckdorf quälen sich in die Weihnachtspause in der Dritten Liga Nord. Mit 27:31 (13:17) haben sie das letzte Spiel des Jahres vor 250 Zuschauern gegen den HSV Insel Usedom verloren. "Ohne Qualität im Rückraum sind wir chancenlos", sagt Trainer Uwe Inderthal. Die Qualität sitzt auf der Tribüne. Der Europäische Handballverband hat es bis zum Sonnabend nicht geschafft, den Einspruch Beckdorfs gegen die sechsmonatige Sperre für den Letten in Diensten des SV Beckdorf, Maris Versakovs, zu behandeln. Versakovs beobachtet das Spiel in der ersten Reihe hinter der Bande. Der Lette verschränkt seine Unterarme auf der Ballustrade und klagt über Magenschmerzen. Die Sperre belastet ihn. Seine sportliche und berufliche Zukunft steht auf dem Spiel. Das kann schon mal Schmerzen verursachen. Was Versakovs sieht, gefällt ihm nicht. Beckdorfs Torwart Stefan Stielert steht neben sich. Jeder Wurf der Usedomer ist ein Treffer. Bis zum 5:10 nach einer Viertelstunde leisten sich die Gastgeber haarsträubende Fehler in der Abwehr, Fehlwürfe und technische Fehler. Nach 60 Minuten stehen derer 15 in der Statistik des Trainers. Die Fehler reichen für drei Spiele. Beim Stand von 13:17 aus Beckdorfer Sicht pfeifen die Schiedsrichter zur Pause. Den Gewaltwurf von Henning Scholz aus gut 18 Metern Torentfernung, der zeitgleich mit der Halbzeit-Sirene im Usedomer Tor einschlägt, zählen die Schiedsrichter nicht mehr. Das Pech haben sich die Gastgeber redlich erarbeitet. Maris Versakovs begleitet seine Kollegen in der Pause in die Kabine. Er sagt den Jungs, sie seien auf einem guten Weg und hätten nur Wurfpech gehabt. Nach Wiederanpfiff spielt Beckdorf bis zur 38. Minute wie ein Absteiger. Der einzige, der an diesem Tag Normalform erreicht, ist Patrick Ranzenberger. Fünf Tore des Rechtsaußen in Folge bringen den Gastgeber in der 44. Minute auf 21:23 heran. "Die beste Quote nützt einem einzelnen Spieler in einer Mannschaftssportart nichts", sagt Ranzenberger. Die Zeitstrafe für Jens Westphal und die direkte Rote Karte für Till-Oliver Rudolphi unterbrechen jäh die Aufholjagd. Der SV Beckdorf präsentiert sich erschreckend harmlos. Ohne Versakovs ist der Rückraum nur die Hälfte wert. Selbstkritik: "Ben und ich sind völlig von der Rolle. Aber der Trainer muss mit uns beiden Chaoten spielen." Till-Oliver Rudolphi rechnet schonungslos mit seiner und der Leistung seines Nebenmannes Benjamin Murray ab. Es liefe unrund, es sähe gezwungen aus, es fehle die Harmonie. Und es fehle Versakovs. "Wir hoffen auf ein schnelles Urteil", sagt Inderthal. Versakovs hat sich entschieden. "Egal, was passiert", sagt er. Er würde gern in Beckdorf bleiben. "Zu Hause." Mit 26 Jahren ist Versakovs' Karriere längst nicht vorbei. Deshalb werde er dieses halbe Jahr irgendwie durchhalten. Er werde trainieren und die Mannschaft so gut er kann unterstützen. Freilich entscheiden andere über seine Zukunft in Beckdorf. Der Verein, sein Arbeitgeber. Versakovs verabschiedet sich vom Kurzinterview. Er setzt sich zu seinen Leuten. "Ich muss sie aufbauen", sagt er.
SV Beckdorf: Stielert, Scholz 8/3, Westphal, Kruspki 1, Rudolphi, Murray, Ranzenberger 8, Bowe 5, Klindworth, Völkers 5 Siebenmeter: SVB 4/3 - HSV 6/5 Zeitstrafen: SVB 6 - HSV 3 Rote Karte: Rudolphi (48., grobes Foul)
Zuschauer: 250 |