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SV Beckdorf - 3.Liga Nord - Handball
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Auftritt in Stralsund beantwortet die Charakterfrage |
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Geschrieben von: tageblatt.de
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Montag, den 20. Februar 2012 um 06:25 Uhr |
Dritte Liga Nord: SV Beckdorf hat gegen den SC Magdeburg ein anderes Gesicht gezeigt - Trainernachfolge wird spekuliertHäufig spielen Mannschaften anders, nachdem der vereinsinterne Vulkan erstmal ausgebrochen und eine personelle Entscheidung getroffen ist. Die Handballer des SV Beckdorf agierten in dieser Saison vor heimischem Publikum bei erst zwei Siegen und einem Unentschieden wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange, ängstlich, zerfahren, ohne Risikobereitschaft. Beim 33:28-Sieg am Freitagabend gegen den SC Magdeburg II erlebten die 300 Zuschauer in der Sporthalle Auf dem Delm Spieler des SV Beckdorf, die von der ersten Minute an unmissverständlich klarmachten, dass sie an diesem Tag als Sieger vom Feld gehen werden. Drei Tage zuvor hatte die Mannschaft den Rauswurf von Trainer Uwe Inderthal gefordert und schließlich durchgesetzt. Ein Zusammenhang zwischen dieser Entscheidung und dem souveränen Sieg am Freitag sehen Leistungsträger des SV Beckdorf offenbar nur bedingt. Rückraumspieler Stefan Völkers sagt zwei Tage nach dem Erfolg gegen den SCM zwar, die Köpfe der Spieler seien frei gewesen und jeder habe vor allem wieder Handball gespielt, räumt aber ein, dass der Gegner nicht gerade seinen besten Tag erwischte. Der Auftritt beim Stralsunder HV am kommenden Sonnabend sei ebenso entscheidend über die Zukunft des SV Beckdorf. Dass der Knoten platzt nach einem personellen Umbruch, wie ihn der SV Beckdorf in den vergangenen Tagen erfahren hat, hält Trainer Uwe Inderthal, der nur noch bis zum Saisonende auf der Trainerbank sitzen wird, für eine sportliche "Phrase". Die Mannschaft spiele schließlich, um zu gewinnen und nicht für den Trainer. Inderthal sieht es ähnlich wie sein Torjäger Stefan Völkers: "Der Charaktertest kommt am Sonnabend in Stralsund." Über den vergangenen Freitag sagt Inderthal, dass die Mannschaft stolz auf sich sein könne. Auf die Vakanz des Manager-Postens und den Abgang des Trainers zum Saisonende will der Vorstand des SV Beckdorf in den nächsten Tagen reagieren. Der zweite Vorsitzende und Geldgeber des Vereins, Matthias Janitschke, hatte angekündigt, innerhalb von zwei Wochen einen Nachfolger für Inderthal zu präsentieren. Die Manager- und Trainersuche beim SV Beckdorf ist derzeit Nährboden für viele Gerüchte. Aus Mannschaftskreisen war am Sonntag zu hören, dass Torwart Thorsten Detjen und der aktuelle Co-Trainer Lars Dammann das Team übernommen hätten, wenn Uwe Inderthal sofort gegangen wäre. Dass die beiden in der kommenden Saison die Trainerbank besetzen, wird in Insider-Kreisen gemunkelt. Detjen war am Sonntag für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Trainersuche trieb in den vergangenen Tagen aber auch Blüten. Selbst der Name Ralf Böhme wurde gehandelt. Dabei hat Böhme erst vor wenigen Wochen einen Vertrag beim aktuellen Oberligisten TSV Bremervörde unterschrieben. Auf das Gerücht angesprochen schloss Böhme am Sonntag aus, dass er den SV Beckdorf in der kommenden Saison trainieren wird. Als potenzieller Manager kursierte der Name Thomas Gloth. "Da gibt es andere Alternativen für den SV Beckdorf", sagt Gloth. Der Verein habe nicht mit ihm darüber gesprochen. Dem Verein zu helfen, könne er sich vorstellen, aber nicht in offizieller Rolle. |
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Spiel Eins nach dem Rauswurf |
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Geschrieben von: tageblatt.de
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Samstag, den 18. Februar 2012 um 09:45 Uhr |
 |  |  | | Stefan Völkers war mit acht Treffern erfolgreichster Werfer. |  | Dritte Liga Nord: SV Beckdorf schlägt den SC Magdeburg II mit einer Gala-VorstellungDie Handballer des SV Beckdorf haben am Freitagabend vor 300 Zuschauern den SC Magdeburg II mit 33:28 (16:14) besiegt. Eine Gala-Vorstellung, die beste in eigener Halle in dieser Saison der Dritten Liga Nord allemal. Es ist erst der dritte Erfolg vor heimischem Publikum. Beckdorfs Trainer Uwe Inderthal lässt sich nichts anmerken. Vor dem Spiel hält er letzte Rücksprachen mit seinen Spielern. Als die Spieler einlaufen zur Musik, klatscht er alle ab. Auch seine Kritiker, die am Dienstagabend seinen Rauswurf zum Saisonende durchgesetzt haben. Er sagt nach dem Spiel, er habe die Mannschaft so gewissenhaft vorbereitet wie immer. Das Team habe die Vorgaben umgesetzt. Nicht für ihn, Inderthal, sondern für sich und für das Überleben in der Liga. Der Lette Maris Versakovs sitzt am Freitag auf der Tribüne. Das Risiko, ihn trotz der Sperre des Europäischen Handballverbandes spielen zu lassen, sei zu groß gewesen, das Durcheinander dadurch nahezu komplett. Deshalb hat sich Uwe Inderthal entschieden, auf seinen Einsatz zu verzichten. Der SV Beckdorf spielt von der ersten Sekunde an konzentriert und vor allem engagiert. Die Abwehr setzt die Magdeburger stark unter Druck. Der Gast kombiniert gefällig, aber weit weg vom Beckdorfer Tor. Nach 15 Minuten steht es 9:6, zur Halbzeit 16:14. Marcin Waryas liefert die bislang beste Saisonleistung ab. Der Pole wirbelt im Angriff mit flinken Schritten, verleitet die Magdeburger zu Siebenmeter reifen Fouls und trifft selbst. Kurz nach Wiederanpfiff spielen sich die Hausherren in einen Rausch. Stefan Stielert pariert Siebenmeter und Tempogegenstöße und leitet das schnelle Spiel nach vorn ein. Es beginnt die Völkers-Show. Zuvor noch permanent an der Wurfhand mit Eis behandelt, wächst er jetzt über sich hinaus und trifft dreimal hintereinander zur 23:19-Führung. Patrick Ranzenberger baut den Vorsprung in der 47. Minute auf 26:21 aus. In dieser Phase gelingt dem SV Beckdorf alles. Ben Murray spielt eine starke Partie. Er agiert bei den schnellen Angriffen als Ballverteiler und hat meistens den Blick für den gut postierten Nebenmann. Murray ist torgefährlich. Der Youngster hat sich in den vergangenen Wochen weiterentwickelt. Markus Bowe ist am Kreis nicht zu halten. Er dreht und wendet sich, wirft, unorthodox, aber mit Erfolg. Die jungen Wilden des SC Magdeburg II sind am Ende überfordert. Sie begehen Frustfouls. Dass der Trainer das kleinste Rad am Wagen ist, sagt Inderthal, zeige dieses Spiel deutlich. Der Beckdorfer Linksaußen Henning Scholz bringt es nach dem Abpfiff auf den Punkt. "Die Körpersprache war heute anders. Der Willen." Bei freiem Kopf sei die Risikobereitschaft höher. Risiko mache das Spiel kreativer. Der Vorstand des Vereins hat für die Feierstunde nach dem Abpfiff eine Erklärung vorbereitet. Im Kern sagt sie aus, dass der SV Beckdorf seinem bald scheidenden Trainer viel zu verdanken hat. Uwe Inderthal nimmt eine Minute vor Ende des Spiels eine Auszeit. Beckdorf liegt mit 32:27 in Führung. Er entschuldigt sich dafür förmlich bei seinem Magdeburger Kollegen Dirk Pauling. Inderthal will das Spiel länger genießen. Viele hat er ja nicht mehr.
Die Statistik SV Beckdorf: Stielert, Detjen, Völkers 8, Klindworth 2, Rudolphi 2, Scholz 4/3, Murray 5, Waryas 4, Ranzenberger 5, Bowe 4, Krupski.
Siebenmeter: SVB 5/3 - SCM 6/4
Zeitstrafen: SVB 3 - SCM 4
Zuschauer: 300 |
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Inderthal geht zum Saisonende - Versakovs erneut gesperrt |
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Geschrieben von: tageblatt.de
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Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 22:18 Uhr |
 |  | | Uwe Inderthal |  |  |  | | Maris Versakovs. |  |
Uwe Inderthal verlässt den Handball-Drittligisten SV Beckdorf zum Saisonende auf Wunsch der SpielerDer Handball-Drittligist SV Beckdorf verabschiedet sich zum Saisonende von seinem aktuellen Trainer Uwe Inderthal. Das ergab eine interne Runde zwischen der Mannschaft und den Verantwortlichen am Dienstagabend. Nach TAGEBLATT-Informationen hat sich ein Großteil der Mannschaft dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit Uwe Inderthal am Ende seiner fünften Saison beim SV Beckdorf zu beenden. Eigentlich hat Inderthal noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2012/2013. Einige Spieler meinen, der Trainer habe die Mannschaft nicht mehr erreicht und forderten einen Umbruch. Torwart Thorsten Detjen, der im Mannschaftsrat sitzt, erklärt, dass die offene und geradlinige Art des Trainers nicht bei allen Spielern gut ankäme. In der Mannschaft sei man sich ziemlich einig, etwas Neues auszuprobieren. Mannschaftskapitän Stefan Völkers sieht es ähnlich. "Es ist Zeit für einen Schnitt", sagt er. Die Stimmung im Team sei nicht gerade gut - aufgrund der Unzufriedenheit mit dem Trainer und der aktuellen Erfolglosigkeit. Völkers kritisiert, dass trotz des guten Kaders der Erfolg ausbliebe. Die beiden erfahrensten Spieler in der Mannschaft sprechen zwar von einer erfolgreichen Vergangenheit mit Inderthal. Aber über die Jahre kämen der "Verschleiß" (Detjen) und "eingefahrene" Wege (Völkers). "Die Mannschaft ist verantwortlich für meinen Rauswurf nach der Saison", sagt Uwe Inderthal. Menschlich sei er von einigen Spielern sehr enttäuscht, aber Profi genug, um sich "mit dem letzten Blutstropfen" für den Klassenerhalt einzusetzen. Inderthal sagt, er habe sich immer mit der Sache und der Mannschaft identifiziert und er werde das Team in den kommenden Wochen immer "nach bestem Wissen und Gewissen" aufstellen. "Ich habe auch Fehler gemacht", meint Inderthal. Er hätte früher reagieren müssen. An seiner Art eine Mannschaft zu führen, werde er freilich nichts ändern. Denn mit dieser Art sei er schließlich erfolgreich gewesen. "Ich verbiege mich nicht. Dann werde ich komplett unglaubwürdig", sagt der Trainer. Vor der Mannschaft positioniert hat sich am Dienstag ebenfalls der zweite Vorsitzende des Vereins und Hauptsponsor Matthias Janitschke. "Ich bin enttäuscht von einigen Spielern", sagt er. Der Rauswurf von Inderthal ginge ihm sehr nahe. Er halte ihn für einen "super Typ", einen "Profi, der immer 110 Prozent geben will, obwohl einige Spieler glauben, 90 Prozent reichen für den Klassenerhalt". Auch Janitschke räumt Fehler in der Organisation ein. Der Abgang von Ex-Manager Sven Jonas am Ende der vergangenen Saison habe ein Vakuum hinterlassen. Die Schnittstelle zwischen Spielern und Trainer sei nicht besetzt gewesen. So habe der Verein die Signale zu spät erkannt, "das Brodeln" in der Mannschaft. Janitschke interpretiert diesen Zustand als seine "persönliche Niederlage". Jonas hatte während seiner Amtszeit aus internen Konflikten zwischen Spielern und Trainer die Schärfe genommen und war eine Art Vermittler zwischen den Fronten. Janitschke und Inderthal pflegen ein sehr gutes Verhältnis. Auch wenn der Trainer nicht mehr da ist, wird Janitschke weiter als Hauptsponsor agieren. "Ich habe sonst keine Hobbys", sagt Janitschke. Ob Beckdorfer Spieler Konsequenzen zu befürchten haben, will Janitschke erstmal "analysieren". Man lerne auf jeden Fall viele Charaktere kennen, sagt er. Janitschke hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten 14 Tagen einen Trainer und einen Manager zu präsentieren. Im engen Kreis des Vorstandes des SV Beckdorf aufarbeiten will Vereinschef Ralf Behrendt das Geschehene in den nächsten Tagen. Der Verein befinde sich in einer schwierigen Phase. Versakovs bis August gesperrt SV Beckdorf legt erneut Widerspruch gegen das Urteil der EHF ein Die Europäische Handball Federation (EHF) hat den Beckdorfer Drittliga-Handballer Maris Versakovs vom 13. Februar 2012 an für ein halbes Jahr gesperrt. Die EHF blieb damit bei ihrer Meinung, dass Versakovs gegen den europäischen Spielerkodex verstoßen haben soll, der es ihm als lettischer Nationalspieler verbietet, seinem Land für ein Spiel abzusagen, gleichzeitig aber für seinen Heimatverein aufzulaufen. Die Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro für den Verein, die mit der Sperre Versakovs einherging, hat die EHF für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Als die EHF Versakovs im Dezember für dieses Vergehen sperrte, legte der SV Beckdorf Widerspruch gegen die Entscheidung ein. Mehrere Wochen lang saß der Lette bei den Spielen seiner Mannschaft als Zuschauer auf der Tribüne, ehe die EHF auf Druck des Deutschen Handballbundes (DHB) und des SV Beckdorf mitteilte, dass Versakovs bis zur endgültigen Entscheidung spielberechtigt sei. Die letzten drei Begegnungen konnte Versakovs mit bestreiten. Jetzt hat die EHF das Urteil bestätigt und damit den Einspruch des SV Beckdorf vom Tisch gewischt. „Das habe ich nicht erwartet“, sagt der Rückraumspieler, der im Kampf um den Klassenerhalt so dringend gebraucht wird. Er werde weiter trainieren und hoffen. Der zweite Vorsitzende des SV Beckdorf und Hauptsponsor, Matthias Janitschke, hat nach Rücksprache mit dem Anwalt und ehemaligen Weltklassetorhüter Andreas Thiel am Mittwoch angekündigt, erneut Einspruch gegen das Urteil einzulegen. Für diesen Einspruch müsse der SV Beckdorf 5000 Euro zahlen. Wie beim ersten Einspruch gehen die Beckdorfer nun davon aus, dass das Urteil damit erneut aufgeschoben wird und Versakovs trotzdem spielen kann. Das nächste Spiel steht am Freitag um 20 Uhr in der Sporthalle Auf dem Delm gegen den SC Magdeburg II an. Außerdem kündigte Janitschke an, das zuständige europäische Schiedsgericht und damit einen Schiedsmann anzurufen, der zwischen den Parteien vermittelt. Janitschke kritisiert, dass die EHF in keinster Weise auf die Argumente des SV Beckdorf eingegangen sei. „Die unterstellen uns, dass wir lügen“, sagt Janitschke. Kernfrage bei der EHF ist offenbar der Status des Spielers. Der europäische Verband behandelt Versakovs offensichtlich wie einen Profi-Handballer. Der SV Beckdorf und Maris Versakovs beteuern, dass der Spieler reiner Amateur sei und kein Vertragsspieler. „Vielleicht müssen wir im nächsten Schritt eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass Maris keinen Vertrag als Spieler hat“, sagt Janitschke. Neben dem Rauswurf von Trainer Uwe Inderthal zum Saisonende sei das für den Verein und die Entscheider die nächste Herausforderung, so Janitschke. Der DHB in Person des Vizepräsidenten Recht, Dr. Heinz Winden, hatte sich vor Wochen auf die Seite des SV Beckdorf geschlagen. Winden hatte erklärt, dass das Urteil der EHF nicht haltbar sei. Von dieser Meinung rückt der Rechtsexperte auch auf TAGEBLATT-Nachfrage am Mittwoch nicht ab. „Gegen das Urteil kann der DHB aber nichts machen“, sagt Winden. Wenn ein nationaler Verband seinen Unmut äußere, würde das die Leute der EHF nicht jucken. Der Spielleiter der Dritten Liga, Michael Kulus, erklärt, er könne keine Einfluss nehmen. Solch einen Fall habe er noch nicht erlebt. (db)
Standpunkt Zu viele Brandherde Ohne Uwe Inderthal hätte sich der SV Beckdorf keine fünf Jahre lang in der Dritten Liga Nord gehalten. Das Spiel der Mannschaft trägt seine Handschrift. Inderthal hat aus der Hurra-Truppe aus alten Oberliga-Zeiten ein reifes Team geformt. Jetzt begehren einige Spieler auf, weil sie mit der aufbrausenden Art des Trainers nicht klar kommen, weil Inderthal immer Tacheles redet und schonungslos mit den Spielern ins Gericht geht. Inderthal kritisiert sogar öffentlich, moderater zwar als hinter der verschlossenen Kabinentür, aber immer noch kritisch. Das unterscheidet die Aussagen Inderthals von den meist weichgespülten Floskeln einiger seiner Kollegen. Und er fährt gut damit. Mit seiner Art hatte Inderthal bei der SG Achim/Baden und beim SV Beckdorf viel mehr Erfolg als Misserfolg. Inderthal kann die ganzen Brandherde in der Mannschaft und im Umfeld nicht mehr austreten. Aus dem Kader beschweren sich über seine Arbeitsweise Spieler, die viel auf der Reservebank sitzen. Auf der Tribüne gibt es Menschen, die meinen, es besser zu können als er. Eine Handvoll davon beschweren sich über Einwechslungen, Auswechslungen, Transfers und Nicht-Transfers – aber meistens vor anderen und eben nicht vor Inderthal. Das ist unterste Schublade und nicht besonders mutig. Der größte Fehler in dieser Saison war, dass der Verein den Manager-Posten nicht mehr besetzt hat. So ist der Puffer zwischen Mannschaft und Trainer weggefallen. Die Kontroversen wurden nicht ausgesprochen und aus dem Weg geräumt, die Unzufriedenheit hat sich verselbständigt. Verletzungspech kommt obendrauf. Die Querelen um die Sperre von Maris Versakovs lenken vom Sportlichen ab. Das würde in jedem Verein ein Feuer verursachen. Wer jetzt mit Blaulicht um die Ecke kommt, hat in Beckdorf viel Aufräumarbeit zu leisten.
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Persönliche Eitelkeiten bringen den SV Beckdorf nicht weiter |
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Geschrieben von: tageblatt.de
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Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 20:44 Uhr |
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Dritte Liga Nord: Uwe Inderthal geht nach seinem Rauswurf zum Saisonende zur Tagesordnung über - Wer nicht mitzieht im Abstiegskampf, bekommt Probleme Wenn der Handball-Drittligist SV Beckdorf am heutigen Freitagabend um 20 Uhr in der Sporthalle Auf dem Delm den SC Magdeburg II zum Nachholspiel empfängt, ist nichts so, wie es vorher war. Am Dienstagabend hatte sich ein Großteil der Mannschaft gegen eine Zusammenarbeit mit Trainer Uwe Inderthal über die laufende Saison hinaus ausgesprochen. Inderthal ist trotzdem zur Tagesordnung übergegangen - so gut es eben geht. "Persönliche Eitelkeiten bringen uns nicht weiter", sagt der Trainer. Er habe Rückendeckung vom Management und erwarte von seinen Spielern, dass sie genau wie er bis zur letzten Sekunde um den Klassenerhalt in der Dritten Liga Nord kämpfen. Wer nicht mitzieht, dem zeige er die Tür. Inderthal geht davon aus, dass er trotz der internen Kritik bis zum Saisonende auf der Trainerbank sitzt. Die Mannschaft müsse kapieren, dass es nicht nur um seine Personalie geht, sondern auch um sie. Die menschliche Enttäuschung über die Aussagen einiger Spieler wolle er hintenan stellen. Gegen Magdeburg laufe der Spieler auf, der sich im Training reinhänge, sagt der Trainer. Mehrere Beckdorfer Handballer hatten in der Zusammenarbeit zwischen Trainer und Mannschaft einen Schnitt gefordert. Nach TAGEBLATT-Informationen gibt es aber auch Spieler im Team, die sich mit dieser Meinung nicht identifizieren. Der erste Tag, nachdem die Bombe öffentlich platzte, war für Inderthal ein ereignisreicher. Der Beckdorfer Trainer führte mehrere Telefonate mit Bekannten aus der Handballszene. Auf der Internetseite des Vereins starteten die Verantwortlichen sofort eine Umfrage. Mehr als die Hälfte der User begrüßten den Rauswurf Inderthals am Saisonende. Ob der von der Europäischen Handball Federation (EHF) gesperrte Lette Maris Versakovs am Freitag gegen Magdeburg zum Einsatz kommt, ist fraglich. Der Verein hat erneut einen Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt und wartet nun auf eine Stellungnahme seines Anwalts Andreas Thiel, ob er, der Verein, das Risiko, Versakovs einzusetzen, eingehen sollte. Nach dem Einspruch gegen das erste Urteil aus dem Dezember des vergangenen Jahres war Versakovs spielberechtigt. Der Einspruch hatte das Urteil aufgeschoben. "Ob Maris Versakovs mitspielt oder nicht, die anderen sind gut genug, um den SCM zu schlagen", sagt Inderthal. Es käme auf den absoluten Willen an, dann könne der SV Beckdorf das Tempospiel der Gäste unterbinden. Ein Sieg würde dem SV Beckdorf vermutlich zweierlei bringen - Punkte gegen den Abstieg in die Oberliga und vielleicht ein wenig Ruhe um die Person Uwe Inderthal. |
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Beckdorf und der Heimkomplex |
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Geschrieben von: tageblatt.de
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Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 22:16 Uhr |
 |  | | Linksaußen Henning Scholz warf gegen den HSV sieben Tore. Foto Jürgens |  |
Dritte Liga Nord: Niederlage gegen HSV HannoverNach der siebenten Heimniederlage der Saison kämpfen die Handballer des SV Beckdorf in der Dritten Liga Nord nun mit der SG Achim/Baden und der DHK Flensborg um den ersten Nichtabstiegsplatz. Gegen den HSV Hannover versagte die Mannschaft beim 28:35 (14:16) am Sonnabend vor eigenem Publikum erneut auf ganzer Linie. In fremden Hallen holt der SV Beckdorf derzeit mehr Punkte. Beckdorfs Trainer Uwe Inderthal fragt nach dem Spiel in der Kabine nach, warum das so ist. Im Scherz macht er den Vorschlag, beim Deutschen Handballbund einen Antrag zu stellen, damit der SV Beckdorf nur noch auswärts antreten muss. Als Inderthal wieder vor die Tür tritt, bleibt er eine plausible Erklärung für den offenkundigen Heimkomplex schuldig. "Es ist nicht erklärbar, warum wir so gehemmt spielen", sagt Inderthal. Die Sporthalle Auf dem Delm war einst eine Festung. Eng, laut. Kein Gegner spielte dort gern. In der laufenden Saison holte der SV Beckdorf nur gegen die Abstiegskandidaten Stralsunder HV und die DHK Flensborg zwei Zähler, gegen Schlusslicht Brandenburg-West gar nur einen. Auswärts brachte es die Mannschaft immerhin auf sieben Punkte. Das Unentschieden bei der HSG Tarp-Wanderup am vergangenen Wochenende sollte die Wende bringen. Der SV Beckdorf macht derzeit einen Schritt nach vorne und danach zwei Schritte zurück. Der Hannoveraner Bastian Riedel nervt den SV Beckdorf auf der vorgezogenen Abwehrposition. Riedel misst weit mehr als zwei Meter Körpergröße und flößt allein mit seiner Spannweite Respekt ein. Er hält die Beckdorfer Angreifer geschickt vom eigenen Tor fern. Der Spielaufbau der Hausherren beginnt an der Mittellinie. Weil aus 20-Meter Torentfernung erfahrungsgemäß kein Druck entstehen kann, sind die Beckdorfer Angriffsbemühungen an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Die Mannschaft von Inderthal hat im Training verschiedene Mittel gegen diese Formation getestet, aber nichts davon im Spiel am Sonnabend umgesetzt. Die verletzte Wurfhand von Torjäger Stefan Völkers erklärt zumindest einen Teil der Beckdorfer Angriffsflaute. Nicht erklärbar ist das schwache Auftreten von Maris Versakovs und Marcin Waryas. Einzig Benjamin Murray spielt gegen Hannover in ansprechender Form. Nach der Pause verliert der SV Beckdorf komplett den Faden. Das Angriffsspiel kommt zum Erliegen, weil die Hausherren Bälle verstolpern und weil die Pässe nicht ankommen. 30 Torwürfe landen neben dem Kasten oder in den Armen des Hannoveraner Torwarts. 13 technische Fehler notiert Inderthal in der Statistik. Hannover markiert kurz nach dem Wechsel die 19:14-Führung und baut den Vorsprung seriös und abgeklärt über 27:19 auf 35:25 aus. Erst in den letzten Minuten verhindern die Hausherren ein Debakel. Die Heimschwäche löst Schulterzucken bei den Spielern aus. Benjamin Murray hat "keine Ahnung" und deshalb keine Erklärung, Patrick Ranzenberger meint, dass sich die Mannschaft "dusselig" anstelle. Maris Versakovs bedient die altehrwürdige Floskel, dass im Sport alles möglich sei. |
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